Während eines Blackouts kann Geld vorhanden sein und trotzdem unbrauchbar werden. Kartenterminals, Bankomaten, Onlinebanking, Zahlungs-Apps und elektronische Kassensysteme benötigen Strom, Datenverbindungen oder funktionierende Rechenzentren. Deshalb sollte ein Haushalt nicht nur „etwas Bargeld“ besitzen, sondern vorab einen klaren Zahlungsplan festlegen.
Berechne zuerst deinen realistischen Bedarf. Notiere, was dein Haushalt während zehn bis vierzehn Tagen möglicherweise noch kaufen muss: Trinkwasser, einfache Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel, Treibstoff oder notwendige Fahrten. Multipliziere den geschätzten Tagesbedarf mit der gewünschten Vorsorgedauer und ergänze eine kleine Reserve. Die passende Summe ist für jeden Haushalt anders. Es geht nicht darum, große Geldbeträge zu horten, sondern notwendige Ausgaben überbrücken zu können.
Bewährt ist eine Aufteilung auf vier beschriftete Umschläge. Umschlag eins ist für Lebensmittel und Wasser vorgesehen. Umschlag zwei deckt Medikamente, Hygiene und notwendige Transporte ab. Umschlag drei enthält kleine Beträge für Kommunikation, Nachbarschaftshilfe oder unerwartete Besorgungen. Umschlag vier bleibt als Reserve verschlossen und wird nur geöffnet, wenn die anderen Beträge nicht ausreichen. Dadurch wird nicht bereits am ersten Tag zu viel ausgegeben.
Verwende überwiegend kleine Scheine und einige Münzen. Händler können bei ausgefallenen Kassen oder knappen Wechselgeldbeständen große Banknoten möglicherweise nicht wechseln. Eine Mischung, mit der sich kleine Einkäufe möglichst passend bezahlen lassen, ist daher wertvoller als wenige große Scheine. Prüfe regelmäßig, ob die Banknoten noch gültig und unbeschädigt sind.
Bewahre die Notfallkasse trocken, unauffällig und vor Kindern geschützt auf. Lagere nicht den gesamten Betrag in einer einzigen Geldbörse. Ein kleiner Teil kann griffbereit liegen, der Rest an einem zweiten sicheren Ort. Schreibe den genauen Aufbewahrungsort nicht auf frei zugängliche Checklisten und erzähle außerhalb des Haushalts nicht, wie viel Bargeld vorhanden ist.
Bargeld ist die wichtigste technische Rückfallebene, aber nicht die einzige Zahlungsoption. Bank- und Kreditkarten bleiben sinnvoll, falls einzelne Geschäfte mit Notstrom oder zeitweise funktionierenden Verbindungen arbeiten. Verlasse dich jedoch nicht auf kontaktloses Bezahlen mit Handy oder Smartwatch: Akku, Mobilfunk, Internet oder die Autorisierung können ausfallen. Hebe Bargeld nicht erst ab, wenn der Strom bereits weg ist.
Während des Blackouts gilt eine klare Reihenfolge. Kaufe zuerst Dinge, die Gesundheit und Versorgung sichern. Vermeide Panikkäufe und bezahle keine stark überhöhten Preise, sofern keine unmittelbare Notlage besteht. Zähle Wechselgeld sofort nach und verlange nach Möglichkeit einen handschriftlichen Beleg mit Datum, Ware, Betrag und Namen des Verkäufers.
Ist eine bereits erhaltene Leistung nicht sofort bezahlbar, suche eine ruhige, schriftliche Lösung. Betrag, Datum, Kontaktdaten und spätere Zahlungsart können auf einem Beleg festgehalten und von beiden Seiten unterschrieben werden. Die rechtliche Lage unterscheidet sich je nach Land; eine solche Notiz ersetzt keine allgemeingültige Rechtsberatung, verhindert aber Missverständnisse.
Sei besonders vorsichtig bei angeblichen Helfern, mobilen Geldwechslern oder Personen, die gegen Bargeld Zugang zu Bankkonten, Treibstoff oder bevorzugter Versorgung versprechen. Gib niemals PIN, TAN, Passwörter oder vollständige Kartendaten weiter. Zeige deinen gesamten Bargeldbestand nicht beim Bezahlen.
Nach Wiederherstellung der Systeme kontrollierst du Konto- und Kartenumsätze auf doppelte oder unbekannte Buchungen. Begleiche schriftlich vereinbarte offene Beträge, fülle die Notfallkasse wieder auf und passe die Aufteilung anhand deiner tatsächlichen Ausgaben an.
Quellen: Österreichischer Zivilschutzverband, Bargeld für alle Fälle; Deutsche Bundesbank, Abschlussrede zum Bargeldsymposium; österreichisches Bundesministerium, Häufig gestellte Fragen zu Blackouts und Recht.
Ratgeber
Allgemein
04.08.2026
Bezahlen im Blackout: Der Vier-Umschläge-Plan für die Notfallkasse
Mit vier getrennten Bargeldumschlägen, kleinen Scheinen und klaren Einkaufsprioritäten bleibst du auch bei ausgefallenen Karten- und Bankensystemen zahlungsfähig.