Ein Treffpunkt im Notfall ist nur dann hilfreich, wenn er auch unter schlechten Bedingungen sicher erreichbar bleibt. Ein Parkplatz, ein Park oder eine bekannte Kreuzung klingt zunächst praktisch. Bei einem Tornado, Starkregen, Brand oder großflächigen Stromausfall kann genau dieser Ort jedoch durch umgestürzte Bäume, lose Stromleitungen, Hochwasser, Glasscherben oder blockierte Zufahrten gefährlich werden. Wähle einen Treffpunkt deshalb nicht nach Bequemlichkeit, sondern nach einem festen Sicherheitscheck.
Unterscheide zuerst drei Aufgaben. Der unmittelbare Treffpunkt liegt außerhalb des eigenen Gebäudes und wird etwa nach Brand, Rauchentwicklung oder einer schnellen Räumung genutzt. Ein zweiter Treffpunkt liegt außerhalb des Wohnviertels, falls Straßen gesperrt sind oder das Zuhause nicht betreten werden darf. Ein dritter Ausweichort befindet sich in einem anderen Ortsteil oder einer Nachbargemeinde. Ein öffentlicher Notfalltreffpunkt der Behörden ist etwas anderes: Er wird von der Gemeinde bekannt gegeben und kann private Vereinbarungen jederzeit ersetzen.
Prüfe die Umgebung des vorgesehenen Ortes. Meide Bereiche unter großen Bäumen, Stromleitungen, Werbeschildern, Baukränen und beschädigten Fassaden. Auch Tankstellen, Trafostationen, Industrieanlagen, Glasfronten und enge Häuserschluchten sind schlechte Sammelpunkte. Nach Starkregen sind Unterführungen, Bachufer, Senken, Tiefgaragen und Brückenauffahrten ungeeignet. Ein Platz, der bei Sonnenschein sicher wirkt, kann bei Sturm oder Hochwasser zur Falle werden.
Der Treffpunkt muss aus mindestens zwei Richtungen erreichbar sein. Eine einzige Brücke, ein Tunnel oder eine schmale Zufahrt kann schnell blockiert sein. Plane deshalb einen Hauptweg und einen Ersatzweg zu Fuß. Prüfe, ob ältere Personen, Rollstuhlnutzer, kleine Kinder und Menschen mit Gehhilfen den Ort ohne Aufzug, Rolltreppe oder elektrisches Tor erreichen können. Haustiere dürfen den Weg und den Aufenthalt ebenfalls nicht unmöglich machen.
Wähle einen dauerhaft erkennbaren Punkt. „Im Park“ oder „beim Einkaufszentrum“ ist zu ungenau. Besser ist eine konkrete Stelle wie die steinerne Bank am nördlichen Eingang, der Fahnenmast vor dem Gemeindehaus oder die Bushaltestelle auf der Seite der Apotheke. Verlasse dich nicht auf beleuchtete Reklamen, elektronische Anzeigetafeln oder automatisch öffnende Türen. Im Blackout können genau diese Orientierungshilfen ausfallen.
Achte auf genügend Platz, ohne Rettungswege zu blockieren. Der Treffpunkt darf nicht direkt vor einer Feuerwehrausfahrt, Krankenhauszufahrt oder engen Kreuzung liegen. Es sollte möglich sein, kurz zu warten, ohne auf der Fahrbahn zu stehen. Ein überdachter Bereich kann bei Regen nützlich sein, darf aber nicht unter einer beschädigten Konstruktion liegen. Sitzmöglichkeit, Schatten und Trinkwasser in der Nähe sind Vorteile, aber keine Voraussetzung.
Lege für jeden Haupttreffpunkt einen klaren Ersatz fest. Wird Ort A gefährlich, gesperrt oder behördlich geräumt, geht niemand trotzdem dorthin. Alle wechseln nach derselben vorher vereinbarten Regel zu Ort B. Behördenwarnungen, Absperrungen und Evakuierungsanweisungen haben immer Vorrang. Ein privater Treffpunkt ist niemals ein Schutzraum und niemals wichtiger als die aktuelle Gefahrenlage.
Teste die Orte zweimal im Jahr bei Tageslicht und bei Dunkelheit. Gehe beide Wege tatsächlich ab und prüfe nach starken Bauarbeiten, neuen Zäunen, geänderten Busspuren oder Überschwemmungen erneut. Notiere die genaue Bezeichnung auf Papier und hinterlege sie in Geldbörse, Schultasche und Notfallmappe. Der beste Treffpunkt ist nicht der nächstgelegene, sondern der Ort, den alle eindeutig finden, sicher erreichen und bei Gefahr ohne Diskussion verlassen können.
Quellen: Ready.gov, Family Emergency Communication Plan; Federal Emergency Management Agency, Hinweise zur Wahl von Treffpunkten und zum Vermeiden gefährlicher Wege; American Red Cross, Empfehlungen zu Treffpunkten außerhalb des Hauses und außerhalb des Wohnviertels; U.S. Fire Administration, Home Fire Escape Plans.
Ratgeber
Allgemein
28.07.2026
Treffpunkte im Blackout richtig auswählen: Sicherheit vor Bequemlichkeit
Ein Treffpunkt hilft nur, wenn er auch bei Sturm, Hochwasser, ausgefallenen Ampeln und blockierten Straßen sicher erreichbar bleibt. So prüfst du Lage, Zugänge, Gefahren und Ausweichorte.