Wenn das Mobilfunknetz ausfällt, der Handyakku leer ist oder Angehörige kein Telefon besitzen, hilft kein hektisches Herumfahren. Eine verlässliche Kontaktaufnahme beginnt vor dem Blackout mit einer einfachen analogen Kontaktkette. Ihr Ziel ist nicht, jede Person sofort direkt zu erreichen. Wichtig ist, dass Informationen geordnet gesammelt, weitergegeben und überprüft werden können.
Bestimmt zuerst eine zentrale Vertrauensperson, die möglichst außerhalb eures Wohngebiets lebt. Diese Person dient als Sammelstelle für Nachrichten, falls einzelne Familienmitglieder doch kurz ein Festnetz, ein fremdes Telefon oder eine funktionierende Verbindung nutzen können. Jeder meldet nur seinen Zustand, seinen Aufenthaltsort und den nächsten geplanten Schritt. So müssen nicht fünf Personen gleichzeitig versuchen, einander zu erreichen. Die Vertrauensperson führt eine Liste und verhindert widersprüchliche Informationen.
Zusätzlich braucht jede beteiligte Person eine kleine Kontaktkarte aus Papier. Darauf stehen vollständiger Name, Wohnadresse, zwei lokale Kontaktpersonen, eine Person außerhalb der Region, wichtige medizinische Hinweise und die vereinbarten Meldezeiten. Kinder, ältere Menschen und betreuungsbedürftige Angehörige sollten die Karte immer bei sich tragen. Eine Kopie gehört in die Notfallmappe, eine weitere zu einer vertrauenswürdigen Person in der Nachbarschaft.
Klärt bei Schule, Pflegeeinrichtung, Arbeitsplatz oder Tagesbetreuung vorab, wie dort bei einem längeren Kommunikationsausfall vorgegangen wird. Notiert Abholberechtigungen, Ersatzorte und feste Ansprechpartner. Fahrt nicht automatisch zu jeder Einrichtung: Unkoordinierte Abholversuche können Straßen blockieren und Personal zusätzlich belasten. Polizei, Feuerwehr und Notrufstellen sind keine private Nachrichtenzentrale und dürfen nur bei echten Notfällen beansprucht werden.
Legt feste Zeitfenster fest, zum Beispiel um 9, 14 und 19 Uhr. Wer ohne Telefon ist, meldet sich zu diesen Zeiten an einem vorher vereinbarten sicheren Nachrichtenpunkt: etwa bei einem Verwandten, einem bekannten Nachbarn, am Arbeitsplatz oder bei einer betreuten Einrichtung. Der Ort muss zugänglich sein, darf aber nicht mitten in einer Gefahrenzone liegen. Hinterlasst keine offen lesbaren Zettel an der Haustür. Besser ist ein verschlossener Umschlag, ein gekennzeichnetes Fach oder die persönliche Übergabe an eine bestimmte Vertrauensperson.
Verwendet für jede Nachricht immer dasselbe kurze Schema: Name, Datum, Uhrzeit, aktueller Ort, gesundheitlicher Zustand und nächster Schritt. Ein Beispiel lautet: „Anna, 14 Uhr, bei Tante Maria, unverletzt, bleibt bis 19 Uhr dort.“ Lange Erklärungen erzeugen Fehler. Schreibt nur bestätigte Angaben auf und kennzeichnet unklare Informationen ausdrücklich als unbestätigt.
Prüft, ob ein kabelgebundenes Festnetztelefon vorhanden ist. Schnurlose Telefone funktionieren ohne Strom meist nicht, und auch ein klassisches Festnetz kann je nach Netztechnik ausfallen. Es ist deshalb nur eine zusätzliche Möglichkeit, kein sicherer Ersatz. Funkgeräte können im Nahbereich helfen, wenn Reichweite, Batterien, Kanal und zulässige Nutzung vorher geklärt wurden. Vereinbart feste Funkzeiten, statt das Gerät dauerhaft eingeschaltet zu lassen.
Ein Bote sollte nur eingesetzt werden, wenn der Weg sicher ist und die Nachricht wirklich wichtig ist. Niemand fährt oder läuft wegen einer bloßen Rückfrage durch Hochwasser, Sturm, Dunkelheit, ausgefallene Ampeln oder Bereiche mit herabgestürzten Leitungen. Boten gehen möglichst nicht allein, tragen eine schriftliche Nachricht und nennen eine geplante Rückkehrzeit.
Testet die Kontaktkette zweimal im Jahr. Lasst für eine Übung alle Handys ausgeschaltet und prüft, ob Nachrichten tatsächlich ankommen. Aktualisiert Adressen, Betreuungspersonen, Medikamente und Meldeorte. Ein guter Plan ersetzt das Handy nicht – aber er verhindert, dass eine Familie bei einem Ausfall gleichzeitig sucht, wartet und falschen Gerüchten folgt.
Quellen: Ready.gov, Family Emergency Communication Plan und Make a Plan; American Red Cross, Disaster Preparedness Plan und Emergency Contact Card.
Ratgeber
Allgemein
31.07.2026
Ohne Handy erreichbar bleiben: Analoge Kontaktkette für den Blackout
Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, helfen Papierkarten, feste Meldezeiten, Vertrauenspersonen und sichere Nachrichtenstellen, Angehörige geordnet zu erreichen.