Ratgeber Allgemein 15.07.2026

Kochen ohne Strom: Der sichere Drei-Stufen-Plan für warme Mahlzeiten

Kalte Mahlzeiten, zugelassene Geräte für Innenräume und sichere Kochstellen im Freien: So bereitest du Essen zu, ohne Kohlenmonoxid- oder Brandgefahr zu unterschätzen.

Kochen ohne Strom: Der sichere Drei-Stufen-Plan für warme Mahlzeiten
Ein Blackout macht aus einer gewöhnlichen Küche innerhalb von Sekunden einen Raum voller unbrauchbarer Geräte. Elektroherd, Mikrowelle, Wasserkocher und oft auch die Dunstabzugshaube fallen aus. Wer dann erst nach einer Alternative sucht, greift schnell zum falschen Gerät. Der sichere Plan beginnt deshalb nicht mit Feuer, sondern mit drei klaren Stufen: kalt essen, nur zugelassene Geräte in Innenräumen nutzen und alle übrigen Kochstellen konsequent nach draußen verlegen.

In den ersten Stunden brauchst du meist noch gar nicht zu kochen. Brot, haltbare Aufstriche, Konserven, Nüsse, Trockenfrüchte, Müsliriegel oder verzehrfertige Lebensmittel sparen Brennstoff und vermeiden unnötige Risiken. Öffne Kühlschrank und Tiefkühler nur selten. Bei einem längeren Ausfall kannst du leicht verderbliche Lebensmittel gezielt zuerst verbrauchen, sofern sie noch sicher gekühlt sind. Plane besser eine warme Mahlzeit pro Tag, statt für jede Kleinigkeit Brennstoff zu verschwenden.

In der Wohnung dürfen nur Geräte verwendet werden, deren Hersteller die Nutzung in Innenräumen ausdrücklich erlaubt. Ein Gasherd kann je nach Bauart auch ohne Netzstrom funktionieren, darf aber nur nach Bedienungsanleitung gezündet werden. Bei Gasgeruch bleibt er aus. Auch ein Fondue-Set mit Brennpaste oder ein kleines Stövchen kann begrenzte Mengen erwärmen, ersetzt aber keinen vollwertigen Herd. Stelle jedes Gerät kippsicher auf eine nicht brennbare Fläche, halte Vorhänge, Papier und Kinder fern und lasse offene Flammen niemals unbeaufsichtigt. Regelmäßiges Lüften bleibt notwendig.

Campingkocher, tragbare Gaskocher ohne Innenraumzulassung, Holzkohlegrills und Gasgrills gehören ins Freie. Sie dürfen niemals in Wohnung, Keller, Garage, Zelt oder einem halb geschlossenen Raum betrieben werden – auch nicht bei geöffnetem Fenster oder Garagentor. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos. Abgase können zudem durch Türen, Fenster und Lüftungsöffnungen zurück ins Gebäude gelangen. Wähle deshalb einen freien, stabilen Platz mit deutlichem Abstand zum Haus. Ein Balkon ist nur geeignet, wenn Gerät, Hausordnung und örtliche Regeln dies erlauben und keine Abgase in Wohnräume ziehen können.

Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche, Übelkeit oder Verwirrtheit können auf eine Kohlenmonoxidvergiftung hinweisen. Schalte das Gerät nicht erst in Ruhe aus und diskutiere nicht über die Ursache. Alle Personen müssen sofort an die frische Luft und der örtliche Notruf muss verständigt werden. Ein batteriebetriebener Kohlenmonoxidmelder ist eine sinnvolle zusätzliche Sicherung, macht ein ungeeignetes Gerät im Innenraum aber niemals sicher.

Spare Brennstoff mit einfachen Gerichten. Ein Topf, ein passender Deckel und klein geschnittene Zutaten reduzieren die Kochzeit. Couscous, Haferflocken, dünne Nudeln, Suppen, Konserven und vorgekochte Hülsenfrüchte benötigen weniger Energie als trockene Bohnen oder große Fleischstücke. Miss Wasser genau ab, bereite mehrere Portionen gemeinsam zu und halte die Flamme nur so groß wie nötig. Brennstoffkartuschen, Brennpaste und Anzünder werden kühl, trocken und nach Herstellerangaben gelagert – niemals neben der Kochflamme.

Lege deine Kochstation schon vor dem Ausfall fest. Dazu gehören ein geeigneter Kocher, passender Brennstoff, Feuerzeug und Streichhölzer, ein manueller Dosenöffner, ein stabiler Topf, Topflappen, Löschdecke oder Feuerlöscher und ein Plan für schlechtes Wetter. Teste das Gerät vorher am vorgesehenen sicheren Ort. Wer Bedienung, Brennstoffverbrauch und Standort kennt, kann im Blackout ruhig kochen, statt mit offenem Feuer zu experimentieren.

Quellen: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Hinweise zu Kochen ohne Strom und Kohlenmonoxid; Centers for Disease Control and Prevention, Sicherheit bei Stromausfällen und Schutz vor Kohlenmonoxid.