Aktuelles Allgemein 29.07.2026

Gewitter-Chaos in den Carolinas: Mehr als 42.000 Anschlüsse ohne Strom

Schwere Gewitter haben North und South Carolina getroffen. Zeitweise waren mehr als 42.000 Haushalte und Betriebe ohne Strom, besonders rund um Asheville und Mooresville.

Gewitter-Chaos in den Carolinas: Mehr als 42.000 Anschlüsse ohne Strom
Der Himmel über den Carolinas verdunkelte sich am Dienstagabend binnen kurzer Zeit – dann brach das Chaos los. Heftige Gewitter zogen am 28. Juli 2026 über North und South Carolina hinweg, warfen Äste und Bäume auf Leitungen und ließen Zehntausende Haushalte und Betriebe ohne Strom zurück. Was als schwüler Sommertag begonnen hatte, endete für viele Familien mit dunklen Häusern, ausgefallenen Klimaanlagen und der bangen Frage, wann die Versorgung wiederkommt.

Nach Angaben des regionalen Fernsehsenders WBTV meldete Duke Energy gegen 22 Uhr mehr als 42.000 ausgefallene Anschlüsse in beiden Bundesstaaten. Mehrere Tausend davon lagen in den Regionen Asheville und Mooresville in North Carolina. Zuvor waren am frühen Abend bereits mehr als 28.000 Kunden ohne Strom gewesen. Die Zahlen stiegen mit dem Durchzug weiterer Gewitterzellen deutlich an.

Besonders hart traf es den Raum Asheville. Der lokale Nachrichtendienst 828newsNOW berichtete gegen 20:51 Uhr von 31.526 Kunden ohne Strom und 777 aktiven Störungsstellen im Netz von Duke Energy. Rund 10.000 Ausfälle entfielen allein auf den Großraum Asheville. Betroffen waren unter anderem North Asheville, Alexander, Leicester, Biltmore Village, Weaverville sowie Bereiche entlang der Tunnel Road, Cane Creek Road und im Viertel Oakley.

Für die Techniker begann eine lange Nacht. Duke Energy erklärte, dass die Teams zunächst Schäden aufnehmen und prüfen mussten, ob umgestürzte Bäume, Äste oder andere Hindernisse den Zugang zu beschädigten Leitungen blockierten. Einen verlässlichen Zeitpunkt für die vollständige Wiederherstellung konnte das Unternehmen zunächst nicht nennen. Reparaturen an einzelnen Leitungen helfen wenig, solange dahinter weitere Schäden verborgen sind.

Die Unwetterwarnungen hatten bereits kräftige Windböen von mehr als 60 Meilen pro Stunde, großen Hagel und die Möglichkeit vereinzelter Tornados angekündigt. Die größte unmittelbare Gefahr nach dem Sturm waren jedoch herabgerissene oder durchhängende Stromleitungen. Versorger warnten eindringlich davor, sich Leitungen, Bäumen oder Gegenständen zu nähern, die mit ihnen in Kontakt stehen könnten. Auch scheinbar tote Kabel können weiterhin unter Spannung stehen.

Bis zum Morgen des 29. Juli war die Lage besser, aber noch lange nicht normal. PowerOutage.us registrierte in North Carolina weiterhin mehr als 17.000 Haushalte und Betriebe ohne Strom. Buncombe County, zu dem Asheville gehört, verzeichnete zu diesem Zeitpunkt die meisten Ausfälle im Bundesstaat. Allein bei Duke Energy waren noch mehr als 12.000 Kunden betroffen.

Das macht deutlich, dass hinter einer großen Zahl nicht ein einziger Defekt steckt. Hunderte einzelne Störungsstellen müssen kontrolliert, freigeschnitten und repariert werden. Manche Kunden erhalten den Strom nach kurzer Zeit zurück, während wenige Straßen weiter beschädigte Masten oder Leitungen noch stundenlang Probleme verursachen. Genau deshalb können die Zahlen rasch fallen, ohne dass die Krise für alle beendet ist.

Für viele Einwohner bedeutete das eine zweite Nacht oder zumindest einen schwierigen Morgen ohne Licht, Internet, Kühlung und Klimaanlage. Bei sommerlicher Hitze wird ein mehrstündiger Stromausfall schnell zum Gesundheitsproblem. Gleichzeitig erschweren blockierte Straßen und beschädigte Leitungen die Arbeit jener Crews, die den Strom zurückbringen sollen.

Die Gewitterfront zeigt erneut, wie schnell ein regionales Unwetter zehntausende Menschen gleichzeitig treffen kann. Erst wenn der Wind nachlässt, wird das tatsächliche Ausmaß sichtbar: dunkle Straßenzüge, gefährliche Kabel, überlastete Reparaturteams und Haushalte, die plötzlich improvisieren müssen.

Quelle: WBTV, 828newsNOW, WLOS und PowerOutage.us, Berichte und Netzdaten vom 28. und 29. Juli 2026.