Mitten am Montag wurde es in Teilen des US-Bundesstaates Wisconsin plötzlich so dunkel wie in der Nacht. Dann kam der Tornado. Am 27. Juli 2026 zog ein gewaltiger Wirbelsturm durch die Region Fox Cities im Nordosten des Bundesstaates und hinterließ in Menasha, Appleton, Neenah und Fox Crossing eine Schneise der Verwüstung. Dächer wurden abgerissen, Autos umgeworfen, Bäume entwurzelt und Stromleitungen auf Straßen geschleudert. Mehr als 30.000 Haushalte und Betriebe verloren zeitweise die Stromversorgung.
Besonders hart traf es Menasha, eine Stadt mit rund 18.000 Einwohnern am Lake Winnebago. Nach Angaben der örtlichen Versorgung galt zeitweise praktisch die gesamte Stadt als stromlos. Ampeln fielen aus, Straßen waren durch Bäume, Trümmer und heruntergerissene Leitungen blockiert. Polizei und Feuerwehr warnten die Bevölkerung eindringlich davor, in die schwer getroffenen Viertel zu fahren. Dort drohten nicht nur weitere Gebäudeteile herabzustürzen. Auch beschädigte Gasleitungen und möglicherweise noch unter Spannung stehende Kabel machten die Lage lebensgefährlich.
Der Nationale Wetterdienst hatte um 11.59 Uhr Ortszeit eine Tornadowarnung für Appleton, Menasha und Neenah ausgegeben. Wenig später, gegen 12.20 Uhr, traf der Sturm Menasha und den östlichen Teil von Fox Crossing. Erste Untersuchungen des National Weather Service in Green Bay ergaben mindestens Schäden der Kategorie EF2. Das entspricht Windgeschwindigkeiten von bis zu etwa 217 Kilometern pro Stunde. Die endgültige Einstufung kann sich nach weiteren Begutachtungen noch ändern.
Bilder und Augenzeugenberichte zeigen das Ausmaß: Häuser standen plötzlich ohne Dach da, Fahrzeuge lagen auf der Seite oder kopfüber, und von einzelnen Geschäften blieben nur Trümmer zurück. In einem Bereich wurden eine Bäckerei, ein Waschsalon und ein Nachbarschaftslokal schwer getroffen. Einsatzkräfte durchsuchten beschädigte Gebäude und versuchten, sich durch unpassierbare Straßen vorzuarbeiten. Bis Montagabend lagen keine bestätigten Meldungen über Todesopfer oder Verletzte vor, die Suche und Schadensaufnahme liefen jedoch weiter.
Für die Stromversorger begann gleichzeitig ein Wettlauf gegen die Zeit. We Energies meldete, seit Beginn der Unwetter bereits mehr als 44.000 Anschlüsse wieder versorgt zu haben. Wisconsin Public Service berichtete am Dienstag von rund 12.000 wiederhergestellten Anschlüssen und holte zusätzliche Vertragsmannschaften in die am stärksten zerstörten Gebiete. Dennoch warnten Behörden, dass manche Haushalte möglicherweise mehrere Tage ohne Strom bleiben könnten. Wo Masten gebrochen, Leitungen zerrissen und Straßen versperrt sind, reicht es nicht, einfach einen Schalter wieder umzulegen.
Der Blackout verschärft die Folgen des Tornados erheblich. Ohne Strom funktionieren Kühlgeräte, Internetrouter, elektrische Garagentore, Geldautomaten und viele Zapfsäulen nicht. Ausgefallene Ampeln erhöhen das Unfallrisiko, während blockierte Straßen Reparaturfahrzeuge ausbremsen. Wer auf elektrisch betriebene medizinische Geräte angewiesen ist, braucht schnell eine sichere Alternative. Notunterkünfte wurden geöffnet, damit Betroffene Schutz, Informationen und zumindest vorübergehend eine verlässliche Versorgung erhalten.
Wisconsin erlebt damit nicht nur ein extremes Wetterereignis, sondern eine Kettenreaktion aus Gebäudeschäden, Verkehrschaos und großflächigem Stromausfall. Der Himmel wurde innerhalb weniger Minuten schwarz, danach war für Zehntausende tatsächlich das Licht aus. Nun entscheidet die Arbeit der Rettungs- und Netzteams darüber, wie schnell aus verwüsteten Straßen wieder bewohnbare Viertel werden.
Quelle: Associated Press, „Wisconsin tornado causes extensive damage and cuts power to thousands of homes“, 27. Juli 2026; National Weather Service Green Bay, „July 27, 2026 Severe Storms and Tornado Summary“; We Energies, „Crews restoring power after tornado, severe storms cause widespread damage across Wisconsin“, 27. Juli 2026; WBAY/Wisconsin Public Service, Wiederherstellungsbericht vom 28. Juli 2026.
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28.07.2026
Mittag wird zur Nacht: Tornado reißt Wisconsin ins Chaos
Ein mindestens EF2-starker Tornado verwüstet Menasha und Appleton. Mehr als 30.000 Haushalte und Betriebe verlieren zeitweise den Strom.