Ein Stromausfall ist für Erwachsene unangenehm, für ein Baby kann er innerhalb kurzer Zeit zum echten Versorgungsproblem werden. Flaschenwärmer, Kühlschrank, Wasserkocher, Nachtlicht und Babyphone funktionieren plötzlich nicht mehr. Gleichzeitig brauchen Säuglinge regelmäßig Nahrung, eine saubere Umgebung, passende Temperaturen und verlässliche Betreuung. Deshalb sollte der Babyvorrat nicht einfach Teil des allgemeinen Notvorrats sein, sondern als eigene, schnell erreichbare Einheit vorbereitet werden.
Packe mindestens für drei Tage eine Baby-Notfallbox. Hinein gehören ausreichend Windeln, Feuchttücher, Waschlappen, Müllbeutel, Wundschutzcreme, Wechselkleidung, Schlafsack, leichte und warme Decken für unterwegs, altersgerechte Nahrung, Lätzchen sowie die gewohnten Beruhigungsgegenstände. Ergänze eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien, damit nachts nicht mit Kerzen direkt neben dem Wickelplatz gearbeitet werden muss. Kontrolliere Größen und Ablaufdaten regelmäßig, denn Babys wachsen schnell und Vorräte werden sonst unbemerkt unbrauchbar.
Wird das Baby gestillt, sollte die Mutter ausreichend trinken, essen und möglichst Ruhe erhalten. Stress kann den Milchfluss vorübergehend erschweren, bedeutet aber nicht automatisch, dass keine Milch mehr vorhanden ist. Wird Säuglingsnahrung verwendet, ist trinkfertige Flüssignahrung in kleinen, ungeöffneten Einzelportionen für einen Notfall besonders praktisch, weil sie nicht mit Wasser angerührt werden muss. Bevorrate nur ein Produkt, das das Baby bereits verträgt. Pulver darf niemals stärker verdünnt oder konzentrierter gemischt werden, um Vorräte zu strecken. Verwende ausschließlich sicheres Wasser und beachte genau die Herstellerangaben.
Ohne fließendes Wasser wird die Reinigung von Flaschen und Saugern schwierig. Halte deshalb saubere Ersatzflaschen, Einwegbecher oder andere vom Kinderarzt empfohlene Fütterungshilfen bereit. Wasche oder desinfiziere die Hände vor jeder Zubereitung und bereite nur so viel Nahrung zu, wie unmittelbar benötigt wird. Reste aus einer bereits benutzten Flasche gehören weg, weil sich Keime besonders schnell vermehren können. Kühlpflichtige Nahrung und abgepumpte Muttermilch dürfen nach längeren Unterbrechungen der Kühlung nicht nach Gefühl beurteilt werden. Im Zweifel sollte sie entsorgt werden.
Auch Temperatur und Schlafplatz verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ziehe das Baby in mehreren dünnen Schichten an, damit Kleidung angepasst werden kann. Prüfe die Körpertemperatur im Nacken oder am Oberkörper und vermeide sowohl Auskühlung als auch Überhitzung. Heizgeräte, Grills, Kohleöfen und Stromaggregate dürfen niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden. Beim Schlafen bleibt das Baby auf dem Rücken auf einer festen, ebenen Unterlage. Lose Kissen, dicke Decken, Wärmflaschen und improvisierte Polster gehören nicht in den Schlafbereich.
Lege Medikamente, Fieberthermometer, Kochsalzlösung, ärztlich verordnete Spezialnahrung und eine Kopie wichtiger Gesundheitsdaten gemeinsam bereit. Notiere Kinderarzt, nächste Klinik, Notrufnummern, Allergien, Medikamente und besondere Bedürfnisse auf Papier, weil Mobiltelefon und Internet ausfallen können. Medikamente dürfen nicht eigenmächtig anders dosiert werden. Bei Atemproblemen, ungewöhnlicher Schläfrigkeit, Krampfanfällen, deutlicher Austrocknung oder hohem Fieber muss medizinische Hilfe organisiert werden.
Bereite zusätzlich eine kleine Tasche für eine schnelle Evakuierung vor. Sie sollte Nahrung, Wasser für die Zubereitung, Windeln, Kleidung, Tragehilfe, Dokumentkopien und einen Zettel mit Kontaktdaten enthalten. Vereinbare innerhalb der Familie, wer das Baby trägt, wer die Tasche nimmt und wohin ihr geht. Ein klarer Ablauf spart in Dunkelheit und Stress entscheidende Minuten.
Dieser Tipp ersetzt keine individuelle Beratung durch Kinderarzt, Hebamme oder zuständige Behörden.
Quellen: Centers for Disease Control and Prevention, Infant and Young Child Feeding in Emergencies Toolkit; Ready.gov, Build a Kit; Weltgesundheitsorganisation, Hinweise zur Säuglings- und Kleinkindernährung.
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14.07.2026
Baby im Blackout: So bleibt die Versorgung sicher
Babys brauchen bei einem Stromausfall besondere Vorbereitung. Ein eigener Vorrat für Nahrung, Hygiene, Wärme, Schlaf und Medikamente verhindert gefährliche Improvisationen.