Ratgeber Allgemein 24.07.2026

Notfallkleidung für den Blackout: Gut geschützt bei Hitze, Kälte und Dunkelheit

Ein vorbereitetes Kleidungspaket schützt bei einem längeren Stromausfall vor Hitze, Kälte, Regen, Verletzungen und schlechter Sicht.

Notfallkleidung für den Blackout: Gut geschützt bei Hitze, Kälte und Dunkelheit
Bei einem Blackout fällt nicht nur das Licht aus. Klimaanlagen, Ventilatoren und Heizungen stehen still, Aufzüge funktionieren nicht mehr und Treppenhäuser oder Straßen können dunkel sein. Wer dann ungeeignete Kleidung trägt, kühlt schneller aus, überhitzt leichter oder verletzt sich bei Aufräumarbeiten. Ein kleines, gezielt zusammengestelltes Kleidungspaket pro Person ist deshalb ein sinnvoller Teil der Notfallvorsorge.

Packe für jedes Haushaltsmitglied einen vollständigen Satz griffbereit in eine beschriftete Tasche oder Box. Dazu gehören Unterwäsche, ein Oberteil, lange Hose, zwei Paar Socken, feste geschlossene Schuhe und wetterabhängige Zusatzkleidung. Die Tasche darf nicht in einem schwer erreichbaren Keller oder hinter großen Vorräten liegen. Kontrolliere sie mindestens zweimal im Jahr und passe Größen, Jahreszeit und persönliche Bedürfnisse an. Bei Kindern müssen Kleidung und Schuhe häufiger geprüft werden.

Für wechselnde Temperaturen eignet sich das Schichtprinzip besser als ein einziges dickes Kleidungsstück. Die erste Schicht soll Feuchtigkeit von der Haut ableiten, die mittlere Schicht Wärme speichern und die äußere Schicht vor Wind und Regen schützen. Mehrere lockere Schichten lassen sich anpassen, sobald dir zu warm oder zu kalt wird. Nasse Kleidung sollte möglichst schnell gewechselt werden, denn Feuchtigkeit verstärkt bei Kälte den Wärmeverlust.

Bei großer Hitze sind leichte, lockere und möglichst helle Kleidungsstücke sinnvoll. Ein luftiges langärmeliges Oberteil kann vor direkter Sonne schützen, ohne die Haut vollständig abzudichten. Ergänze einen breitkrempigen Hut oder eine Kappe, ein leichtes Halstuch und trockene Ersatzkleidung. Schwere, eng anliegende oder dunkle Kleidung kann die Wärmebelastung erhöhen. Auch barfuß oder nur mit dünnen Sandalen zu gehen ist bei einem Blackout riskant, weil Glasscherben und andere Hindernisse im Dunkeln leicht übersehen werden.

Für kalte Regionen oder ungeheizte Wohnungen gehören Thermounterwäsche, eine warme Zwischenlage aus Fleece oder Wolle, eine wind- und wasserabweisende Jacke, Mütze, Handschuhe und ein Schal oder Schlauchschal in den Vorrat. Achte darauf, dass die Kleidung nicht zu eng sitzt, weil eingeschlossene Luft zusätzlich isoliert. Halte besonders Kopf, Hände und Füße trocken. Wer schwitzt, sollte eine Schicht öffnen oder ablegen, bevor die Kleidung feucht wird.

Feste Schuhe sind wichtiger als viele vermuten. Wähle geschlossene, bereits eingelaufene Schuhe mit griffiger Sohle, die auch auf nassen Treppen oder zwischen Trümmern Halt bieten. Neue, noch nie getragene Schuhe gehören nicht in die Notfalltasche. Lege zusätzlich zwei Paar trockene Socken bereit und bewahre die Schuhe so auf, dass sie nachts sofort erreichbar sind. Ein kleiner reflektierender Anhänger oder Leuchtstreifen an Schuhen und Jacke verbessert die Sichtbarkeit.

Für Wege im Dunkeln oder Arbeiten rund ums Haus sind eine Warnweste, reflektierende Bänder und robuste Arbeitshandschuhe sinnvoll. Die Warnweste sollte über der normalen Kleidung getragen werden können. Arbeitshandschuhe schützen beim Bewegen von Ästen, Schutt, Metallteilen oder zerbrochenen Gegenständen, ersetzen aber keine fachgerechte Schutzausrüstung. Für staubige Aufräumarbeiten können außerdem eine Schutzbrille und eine geeignete Atemschutzmaske notwendig sein.

In Haushalten mit Kerzen, Campingkochern oder anderen offenen Flammen braucht Kleidung zusätzliche Aufmerksamkeit. Weite Ärmel, lose Schals und lange Kordeln können Feuer fangen. Halte Kleidung von Flammen und heißen Geräten fern und trage beim Kochen möglichst eng anliegende Ärmel. Synthetische Stoffe können bei starker Hitze schmelzen und an der Haut haften. Kein Kleidungsstück macht den Betrieb eines Grills, Generators oder Kochers in geschlossenen Räumen sicher.

Berücksichtige ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Babys und Menschen mit medizinischen Hilfsmitteln gesondert. Verschlüsse müssen leicht bedienbar sein, Schuhe sicher sitzen und Kleidung darf Schläuche, Verbände oder Mobilitätshilfen nicht behindern. Lagere alle Teile sauber und vollständig trocken, am besten zusammen mit einer Liste des Inhalts. Ein guter Kleidungsvorrat ist nicht besonders groß, sondern passend, erreichbar und regelmäßig geprüft.