Ratgeber Allgemein 06.07.2026

Tipp: Wasser zuerst – dein 30-Minuten-Plan bei Stromausfall

Wenn der Strom ausfällt, kann auch das Leitungswasser unter Druck geraten. So sicherst du Trinkwasser, solange noch etwas aus dem Hahn kommt.

Tipp: Wasser zuerst – dein 30-Minuten-Plan bei Stromausfall
Bei einem Stromausfall denken viele zuerst an Licht, Handy und Kühlschrank. Das ist verständlich, aber Wasser ist oft wichtiger. In manchen Häusern läuft die Leitung noch eine Weile, weil Restdruck im Netz ist. In anderen Gebäuden sind Pumpen, Druckerhöhungsanlagen oder elektrische Steuerungen nötig. Dann kann aus einem normalen Stromausfall sehr schnell ein Wasserproblem werden.

Darum gilt in den ersten 30 Minuten: Wasser sichern, solange es noch aus dem Hahn kommt. Fülle zuerst saubere Trinkflaschen, Karaffen, Töpfe und lebensmittelechte Kanister. Nimm keine Behälter, in denen früher Reiniger, Chemikalien, Öl oder unbekannte Flüssigkeiten waren. Das wirkt praktisch, kann aber gefährlich sein. Trinkwasser gehört nur in saubere, dicht schließende und eindeutig erkennbare Gefäße.

Wenn du genug Trinkwasser abgefüllt hast, denke an Brauchwasser. Ein sauberer Eimer, eine Wanne oder ein Kanister kann Wasser für Toilettenspülung, einfaches Waschen oder Reinigung aufnehmen. Dieses Wasser muss klar von Trinkwasser getrennt sein. Schreibe im Zweifel direkt auf den Behälter: Trinkwasser oder Brauchwasser. In einer Stresssituation verhindert diese einfache Markierung dumme Fehler.

Plane bei Hitze großzügiger. Behörden empfehlen je nach Land ungefähr zwei Liter bis eine Gallone Wasser pro Person und Tag als Grundbedarf. Bei hohen Temperaturen, Krankheit, Kindern, älteren Menschen oder körperlicher Arbeit reicht das schnell nicht. Trinken kommt vor Kaffee, Nudeln, Reis oder Abwasch. Koche in den ersten Stunden nichts, das viel Wasser verbraucht, wenn du nicht weißt, wann die Versorgung zurückkommt.

Wird eine Verunreinigung gemeldet, ist Leitungswasser nicht automatisch sicher. Nutze dann abgepacktes Wasser oder befolge die Hinweise der Behörden. Abkochen kann Keime abtöten, entfernt aber keine Chemikalien, kein Öl und keine Schwermetalle. Wasserfilter und Entkeimungstabletten können sinnvoll sein, müssen aber zum Problem passen und genau nach Herstellerangabe verwendet werden. Trübes, riechendes oder durch Hochwasser belastetes Wasser ist kein Experimentierfeld.

Wasser sparen heißt nicht, Hygiene aufzugeben. Nutze Feuchttücher, Desinfektionsmittel und Küchenpapier sparsam, aber gezielt. Wasche Hände, Geschirr und Flächen nur dort, wo es wirklich nötig ist. Toiletten können oft mit einem Eimer Wasser gespült werden, aber auch das sollte geplant werden. Wer alles sofort verbraucht, steht später ohne Reserve da.

Der beste Wasserplan entsteht nicht erst im Blackout. Lagere einige Flaschen Wasser dauerhaft, prüfe sie regelmäßig und halte faltbare Kanister oder saubere Wasserbeutel bereit. Lege einen festen Platz für den Wasservorrat fest und erkläre allen im Haushalt, was zuerst zu tun ist. Dunkelheit ist unangenehm. Kein Wasser ist ernst.

Quellen: CDC, FEMA/Ready.gov und Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Empfehlungen zur Notfall-Wasserversorgung und Wasserlagerung.